Staatlich anerkannte katholische berufsbildende Schule

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Ergotherapeut/in

Diese Ausbildung ist schulgeldfrei. Die Ergotherapie (Beschäftigungs- und Arbeitstherapie) ist eine vom Arzt verordnete Heilmaßnahme.
Isabel Geisler
Bildungsgangleiterin Isabel Geisler

Kaum ein Berufsfeld ist vielseitiger als das der Ergotherapie. Sie hat zum Ziel, verloren gegangene oder noch nicht vorhandene Funktionen körperlicher, geistiger oder psychischer Art durch entsprechende Behandlungsmaßnahmen positiv zu beeinflussen, sodass die Betroffenen die größtmögliche Selbstständigkeit und Unabhängigkeit in ihrem Alltags- und / oder Berufsleben erreichen können. Ergotherapeuten unterstützen und begleiten Menschen jeden Alters, die in ihren Alltagshandlungen – z. B. nach einer Erkrankung – eingeschränkt oder von Einschränkungen bedroht sind.

Dazu werden spezifische Aktivitäten trainiert, das Umfeld angepasst und Beratungen durchgeführt, um bessere Alltagskompetenz, Gesundheit und Lebensqualität zu ermöglichen. Der Mensch steht dabei mit seinen Interessen und Bedürfnissen im Mittelpunkt der Therapie.

Die Therapeuten befähigen ihre Klienten, zufriedenstellend am Leben und an der Gesellschaft teilzuhaben und ihre Lebensqualität zu steigern.

Tätigkeitsfelder der Ergotherapie

+ 1. Unfallchirurgie – Orthopädie

Wer wird ergotherapeutisch behandelt?
Personen mit

  • Funktionsstörungen des Bewegungsapparates,
  • Amputationen,
  • Querschnittslähmung,
  • Dysmelien,
  • Traumatische und degenerative Funktionsstörungen der Hand,
  • Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises,
  • Prothesen.

Welche Ziele verfolgt die Ergotherapie?

  • Das Erreichen größtmöglicher Selbständigkeit im beruflichen, schulischen und häuslichen Bereich,
  • schmerzarme Bewegungen durch Einüben entlastender Bewegungsabläufe,
  • Umtrainieren der Gebrauchshand,
  • Erweiterung des gesamten Bewegungsausmaßes aller Gelenke.

Welche Maßnahmen können ergriffen werden?

  • motorisch – funktionelle Übungen
  • ADL-Training (Aktivitäten des täglichen Lebens) : anziehen, essen, Haushalt, Körperhygiene, etc.
  • Stumpfabhärtung und Prothesentraining
  • Schienenherstellung (Funktionsschienen)
  • Hilfsmittelberatung, ggf. Hilfsmittelherstellung oder -adaption
  • Beratung und Training zum Gelenkschutz

+ 2. Neurologie

Wer wird ergotherapeutisch behandelt?
Patienten mit:

  • Erkrankungen des Zentralennervensystems wie Schlaganfall, Tumor, Multiple Sklerose, Morbus Parkinson, entzündliche Erkrankungen des Gehirns, etc.
  • Polyneuropathie
  • Traumata wie Schädelhirntrauma, Querschnittslähmung, periphere Lähmung, etc.
  • degenerativen Erkrankungen des zentralen Nervensystems

Die Beeinträchtigungen können u.a. im motorischen Bereich oder im neuropsychologischen Bereich liegen.

Welche Ziele verfolgt die Ergotherapie?
Die körperliche, geistige, soziale und berufliche Selbständigkeit soll erreicht werden. Diesem Ziel dienen Übungen, die sich auf die alltäglichen Bedürfnisse des Betroffenen konzentrieren. Fähigkeiten, die er nicht wieder erlangen kann, muss der Behinderte kompensieren. Ergotherapeuten zeigen ihm hierzu Wege und Hilfsmittel.

Was beinhaltet die Ergotherapie bei neurologisch Erkrankten?

  • Training der sensorischen und motorischen Fähigkeiten (Grob- und Feinmotorik, Koordination von Bewegungsabläufen, Sensibilität und Umtrainieren der Händigkeit)
  • Training bei neuropsychologischen Störungen (der Wahrnehmung: Sehen, Hören, Fühlen, Riechen und Schmecken; des Körperbewusstsein, der Orientierung: räumlich, zeitlich und zur Person; der Fähigkeit zur Raumanalyse, der Aufmerksamkeit, der Konzentration und Merkfähigkeit)
  • Training der Selbständigkeit im lebenspraktischen Bereich (Körperpflege, an- und auskleiden, erproben und einsetzten von Hilfsmitteln und Einnahme von Mahlzeiten)

+ 3. Geriatrie

Wer wird ergotherapeutisch behandelt?
Ältere Menschen mit akuten und chronischen Erkrankungen aus den Gebieten der

  • Neurologie,
  • Inneren Medizin,
  • Orthopädie,
  • Chirurgie und der
  • Psychiatrie,

die zur Gefährdung oder Verlust der Selbständigkeit und Individualität in allen Bereichen des täglichen Lebens führen können. Aufgrund der Multimorbidität (Mehrfacherkrankung) im Alter, ist eine fachübergreifende Sichtweise erforderlich.

Welche Ziele verfolgt die Ergotherapie?
Im Vordergrund steht das Bestreben drohender Abhängigkeit und Isolation entgegenzuwirken und dadurch weitgehende Unabhängigkeit zu erhalten, oder wiederzuerlangen. Die noch vorhandenen geistigen und körperlichen Fähigkeiten sollen gefördert und stabilisiert, neue Interessen geweckt werden. Der Therapieschwerpunkt wird gemeinsam mit dem Patienten unter Berücksichtigung seiner persönlichen Lebenserfahrung, seiner momentanen Lebensumstände und seiner individuellen Bedürfnisse festgelegt.

Was beinhaltet die Ergotherapie?

  • gezieltes Training der Selbstversorgung im persönlichen Bereich (z.B. Üben des selbständigen Waschens, An- und Ausziehens)
  • Erprobung und Adaption notwendiger Hilfsmittel (z.B. spezielle Frühstücksbrettchen für Einhänder, Strumpfanzieher)
  • funktionelle Therapie (z.B. Bobath – Therapie nach Schlaganfall, Training des Gelenkschutzes bei Rheumatikern)
  • neuropsychologische Therapie (z.B. Training zur Verbesserung der Wahrnehmung, der Orientierungsfähigkeit und der Merkfähigkeit)
  • sozial – kommunikatives Training (Anregen zum gemeinsamen Tun z.B. Spielen , Singen, kreativen Tätigsein)

+ 4. Pädiatrie

Wer wird ergotherapeutisch behandelt?
Kinder und Jugendliche mit

  • körperlichen, geistigen und seelischen Entwicklungsverzögerungen,
  • Scheib- und Leseschwierigkeiten,
  • Störungen der Grob- und Feinmotorik,
  • Störung der sensorischen Integration,
  • Wahrnehmungsstörungen,
  • körperlich und geistigen Behinderungen,
  • beispielsweise: Down Syndrom, CP.

Was beinhaltet die Ergotherapie?
Grundlage der Behandlung ist eine ganzheitliche Sichtweise des Kindes. Nach differenzierter Befunderhebung können Verrichtungen des täglichen Lebens, Bewegung, Spiel und zum Teil auch handwerkliche Tätigkeiten Inhalte der Behandlung sein. Dabei spielen psychologische und didaktische Gesichtspunkte, sowie die Beratung der Eltern und anderer Bezugspersonen eine wichtige Rolle.

Welche Ziele verfolgt die Ergotherapie?

  • Das Erreichen größtmöglicher Selbständigkeit durch Selbsthilfetraining und Hilfsmittelversorgung.
  • Die Entwicklung und Verbesserung der Grob- und Feinmotorik, Koordination, Aufnahme und Verarbeitung von Sinnesreizen und Kommunikationsmöglichkeiten.
  • Das Vermeiden von Folgeschäden der Krankheiten und deren Fortschreiten.

+ 5. Psychiatrie

Wer wird ergotherapeutisch behandelt?
Kinder und Erwachsene, die beeinträchtigt sind durch:

  • psychotische, neurotische und psychosomatische Störungen,
  • Abhängigkeiten,
  • altersbedingten Funktionsabbau.

Welche Ziele verfolgt die Ergotherapie?
Gemeinsam handeln die Mitglieder des therapeutischen Teams mit dem Patienten und seinen Angehörigen die Zielsetzung aus (etwa die Wiedereingliederung in den Wohn- und Arbeitsbereich).

Ergotherapie verfolgt als Richtziel:

  • das Beheben von Defiziten im affektiven, kognitiven und sensomotorischen Bereich,
  • die Förderung der individuellen Wahrnehmungsfähigkeit,
  • die Verbesserung der Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit,
  • den Erwerb sozialer Kompetenzen,
  • die Verbesserung der Ausdrucksfähigkeit.

Diese Ziele erreicht die Ergotherapie durch eine Vielfalt handwerklicher oder gestalterischer Mittel und Verfahren, aber auch durch Trainingsmaßnahmen für den lebenspraktischen Bereich, für die Freizeitgestaltung und Vorbereitung auf die Arbeitstherapie.

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[section=6. Ambulante Ergotherapie in der Praxis]

Wer wird ergotherapeutisch behandelt?
Menschen jeden Alters mit Erkrankungen aus den o.g. medizinischen Fachbereichen.

+ 7. Arbeitstherapie

Wer wird ergotherapeutisch behandelt?
Menschen, die aufgrund einer körperlichen, geistigen oder psychischen Erkrankung in ihren Arbeitsfähigkeiten beeinträchtigt sind, so dass sie einer beruflichen Tätigkeit nicht, oder nur eingeschränkt nachgehen können.

Was beinhaltet die Arbeitstherapie?

  • Erproben und Feststellen der Arbeitsfähigkeit und -fertigkeiten,
  • Beratung über Wiedereingliederungsmöglichkeiten in das Arbeitsleben.

Ausbildungsvoraussetzungen

  • Realschulabschluss oder ein gleichwertiger Abschluss
    oder
  • eine nach dem Hauptschulabschluss abgeschlossene
    Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer

Ausbildungsdauer und -form

3 Jahre theoretischer und praktischer Vollzeitunterricht incl. 4 Praktika à 11 Wochen in unterschiedlichen Bereichen.

Staatliche Abschlussprüfung: schriftlich, mündlich, praktisch

Abschluss
Ergotherapeut/in

Weiterqualifizierung an unserer Schule

  • Einjährige Fachoberschule für Gesundheit und Soziales (Fachhochschulreife)
  • Bachelor-Studiengang „Health Care Studies“ in Kooperation mit der Hamburger Fernhochschule (Studienort Kassel) ab dem 2. Ausbildungsjahr

Einsatzmöglichkeiten im Beruf

  • in Ergotherapie-Praxen
  • in Krankenhäusern
  • in sonderpädagogischen Einrichtungen
  • in Werkstätten für Behinderte
  • in Rehabilitationseinrichtungen

Kosten
Keine. Die Ausbildung ist ab dem 1. Juni 2021 schulgeldfrei.

Bewerbungsverfahren

Notwendige Unterlagen:

  • Bewerbungsschreiben
  • Schul- und evt. Ausbildungszeugnis
  • Praktikumsnachweise
  • tabellarischer Lebenslauf
  • zwei Fotos
  • ärztliche Bescheinigung (Berufstauglichkeit)
  • erweitertes polizeiliches Führungszeugnis
  • Immunitätsnachweis (Kopie Impfausweis)

persönliches Aufnahmegespräch
Abschluss des Schulvertrages

Termine für Beratungsgespräche erhalten Sie unter Tel. 03606/673308.

Bergschule St. Elisabeth
Staatlich anerkannte
katholische berufsbildende Schule
Friedensplatz 5/6
37308 Heiligenstadt